Polarlichter fotografieren in Tromsø

Zuletzt aktualisiert am 07.12.2020 von Kieler Jung

Das hatten wir schon länger auf dem Zettel: Polarlichter fotografieren. Und am besten eignet sich dazu ein Besuch in Tromsø, sozusagen die Hauptstadt der Polarlichtfotografie. Weil wir nur eine Woche Zeit hatten, nahmen wir den Flieger. Denn eine Woche kann verdammt knapp werden, wenn das Wetter nicht passt. Schlimmstenfalls bekommt man die Königin der Nacht – die Aurora borealis – überhaupt nicht zu sehen. Das war denn auch unsere größte Befürchtung. Leer auszugehen. Tromsø lebt nicht schlecht vom Polarlicht – Tourismus; es gibt zahlreiche Guides, die geführte Touren anbieten. Da ist dann immer von geheimen Orten die Rede, wo man die Naturerscheinung am besten beobachten kann. Gerade so, als wäre es ein scheues Reh. Aber das Polarlicht ist, wenn es denn erscheint, weithin sichtbar. Dazu später mehr.

Die Polarlicht – Hauptstadt Tromsø

Was braucht man?

Zunächst einmal warme Klamotten. Wer eine Tour bucht, bekommt meist auch bei Bedarf einen Schneeanzug und die passenden Stiefel dazu geliehen. Das ist praktisch, wenn man bedenkt, wie viel Platz das im Fluggepäck wegnehmen würde. Wir allerdings sind auf eigene Faust los und haben alles mitgeschleppt. Dann braucht man eine Kamera mit möglichst lichtstarken Objektiv und zwingend erforderlich ist auch ein Stativ, da Belichtungszeiten von mehreren Sekunden nötig sind. Hilfreich sind Apps für Wetter und Polarlicht-Vorhersage. Man darf nicht erwarten, als durchschnittlicher Hobbyfotograf gleich beim ersten mal mit Wahnsinnsbildern nach Hause zu kommen. Polarlichtfotografie gehört zu den Königsdisziplinen, weil man getrost jede Automatik abschalten kann und der Autufokus nicht funktioniert. Man ist also gut beraten, sich mit der manuellen Bedienung von Kamera und Objektiv vorher zu befassen und nicht erst mit kalten Händen in dunkler Nacht…

Aurura borealis

Wenn man dann dieses grandiose Schauspiel erlebt, bleibt einem die Spucke weg. So ist es jedenfalls uns ergangen. Ich weiss nicht, ob wir großes Glück hatten, aber während dieser einen Woche gab es fast jede Nacht was zu sehen. Wir mussten nicht einmal mehr vor die Hoteltür gehen, denn die Lady der Nacht erwies uns die Ehre vor unserem Hotelzimmer. Na ja, wir gingen durch den Speisesaal auf die Veranda zum fotografieren. Fast schon gelangweilt. Nee, kleiner Scherz. Wie hatten wir uns verrückt gemacht. Wir hatten schon einen Plan B: Wenn es uns selbst nicht gelingt, die Aurora zu Gesicht zu bekommen, würden wir am Ende der Woche eine Tour buchen. Vielleicht kennen die Guides doch noch geheime Orte…

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Der Vollständigkeit halber sei erwähnt, dass wir uns ein Auto gemietet hatten. So einen kleinen SUV mit bespikten Winterreifen. Damit konnten wir am Tag schon einmal grob die Lage erkunden und uns geeignete Plätze raussuchen. Denn aussagekräftige Fotos bekommt man nur mit einem geeigneten Hintergrund. Von daher würde ich beim ersten Mal nicht zu viel erwarten. Aber uns ging es in erster Linie um das Erleben. Und dafür, das weder meine Frau noch ich uns jemals vorher mit Nachthimmel-Fotografie beschäftigt haben, sind wir mit unserer Ausbeute mehr als zufrieden. Ihr könnt die Reise auch auf Youtube mitverfolgen:

Zu unserem Youtube – Kanal

Tromsø war eine Reise wert und unsere Erwartungen wurden nicht enttäuscht. Auch wenn wir wegen der knappen Zeit nicht jeden touristischen Leckerbissen wahrnehmen konnten. Aber der Sinn und Zweck dieser Reise war nun einmal die Königin der nacht. Und nichts sonst.

4 Gedanken zu „Polarlichter fotografieren in Tromsø“

  1. Hallo aus Hamburg,
    ich bin total neidisch 🙂 das ist genau das was ich auch schon lange mal machen wollte, aber eben nie getan habe….. Polarlichter fotografieren. Tolle Bilder und ich denke es war für euch auch ein tolles Erlebnis. Ich habe einige Zeit nicht reingeschaut, was macht der Dokker? Wir haben letzte Woche unseren Rifter bestellt. Lieferung leider erst in 22 Wochen. Da habe ich noch genug Zeit mir über den Camperausbau Gedanken zu machen und deine Videos nach für uns brauchbaren Lösungen zu durchsuchen. Übrigens eine Frage, wie bist du mit der Kompressor Kühlbox zufrieden, die würde bei mir nämlich auch gut passen.
    Gruß Jörg („elbnomaden“)

    1. Hallo Jörg,
      war ein Spontantrip nach Tromsö. Hat sich gelohnt. Der Ausbau im Dokker ist soweit fertig, nur ist uns die Zeit etwas davon gelaufen, weil wir nichts wirklich testen konnten. So kann ich auch noch nichts zu der Kühlbox sagen. Ausser das sie funktioniert 🙂

      Bleibt gesund und Grüße aus Kiel!

      1. Hallo Kieler Jung, hallo Ingo,
        leider ist im Moment ja mal wieder völlig essig mit reisen. Ich kann nur hoffen das bis kommenden Mai alles in etwas ruhigeren Bahnen läuft. Dann bekommen wir unseren Rifter und ich hoffe natürlich das wir ihn dann auch nutzen können um mal die eine oder andere Nacht auf einem Campingplatz zu übernachten. Würde mich freuen bis dahin mal was zu deinen erfahrungen mit deiner Kühlbox zu hören, denn wenn es wieder wärmer wird, wäre so eine Kompressor Kühlbox schon angebracht. Meine Erfahrungen mit den Thermo Elektrischen Boxem sind leider recht negativ. Aber erstmal heisst es abwarten, bis das Auto kommt.
        Bleibt auch ihr gesund und frohe Weihnachten
        Gruß aus Hamburg
        Jörg („elbnomaden“)

    2. Pingback: Die perfekte Fotoausrüstung | Kieler Jung

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