Joshua Tree National Park | USA Southwest Roadtrip

Zuletzt aktualisiert am 24.01.2021 von Kieler Jung

Wir hatten die Pazifikküste verlassen und auf halber Strecke zu unserem nächsten Etappenziel – den Joshua Tree National Park – in Ojai übernachtet. Für „gewöhnliche“ Kalifornienbesucher wäre es jetzt naheliegend, einen Abstecher nach Los Angeles zu machen und vielleicht noch sogar San Diego mitzunehmen. Doch wir sind keine gewöhnlichen Kalifornienbesucher, weil uns große Städte und die vielen Menschen darin nicht interessieren. Eine einzige Ausnahme würde am Ende unserer Reise San Francisco sein, aber das auch nur, weil wir noch einen halben Tag Zeit hatten zwischen der Rückgabe des Wohnmobils und unserer Abreise.

Los Angeles großräumig umfahren war die Devise…

Wir hatten uns den berühmt-berüchtigten Angeles Crest Highway als Teil unserer Reiseroute auserkoren. Biker kommen von weit hergefahren, um einmal hier ihren Adrenalinspiegel zu pushen und auch so mancher Autofahrer hat seine überschätzen Fahrkünste mit dem Leben bezahlt. Und als ob die Übervölkerung an den Wochenenden mit übermütigen Verkehrsteilnehmern nicht genügen würde, gibt es oft genug Sperrungen wegen Schnee, Erdrutschen und Feuersbrünsten. All dies gibt es zu lesen über den Angeles Crest Highway. Wir befuhren ihn an einem Donnerstag im Mai und von all den Schrecken war weder was zu spüren oder zu sehen. Wenn man die vielen Bremsspuren außer Acht lässt…

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Etwas nördlich von Pasadena zweigt der Angeles Crest Highway vom Interstate 210 ab und es geht in die San Gabriel Mountains. Es ist soviel unterhalt- und erholsamer, wenn man nicht auf den Interstates durch das Land rast und sich Zeit für das Umland nimmt. Wir erlebten Ausblicke, die wir sonst versäumt hätten und unvergessliche Eindrücke setzten sich in unserer Erinnerung fest. Wie zum Beispiel der Blick in den San Andreas Graben von der Lone Pine Canyon Road aus fotografiert:

Lone Pine Canyon Road

Die Lone Pine Canyon Road zu befahren war ein Spontanentschluss gewesen, den wir in dem Städtchen Wrightwood gefasst hatten und es entpuppte sich als Glücksgriff. Bei dem Anblick, der sich uns bot, konnte einem schon der Atem stocken. Hin und wieder trifft man hier auf Wanderer, die auf dem Pacific Crest Trail unterwegs sind, der von der mexikanischen bis zur kanadischen Grenze reicht und die USA einmal durchquert. Wir tun es den Wanderern gleich und richten den Blick nach vorne.

Ab in die Wüste

In der Talsenke angekommen atmeten wir statt Berg- nun Wüstenluft. Die Fahrt über die San Gabriel Mountains war einzigartig. Nun mussten wir mangels Alternativen wieder die Interstates benutzen, durch San Bernadino bis hin an den Rand des Joshua Tree National Park. Da in den USA für Entfernungen andere Maßstäbe gelten wie hier bei uns in Deutschland, könnte man diesen Park auch als Naherholungsgebiet für die gestressten Bewohner aus Los Angeles bezeichnen, die hier an Wochenenden öfter anzutreffen sind.

Joshua Trees

Man braucht schon sehr viel Fantasie, um in einem Joshua Tree, der eigentlich kein Baum, sondern ein Spargelgewächs ist, die ausgestreckten Arme des Propheten Joshua zu erkennen, der den Israeliten den Weg ins gelobte Land weist. Die Mormonen hatten bei der Durchquerung der Mojave – Wüste diese Fantasie und deswegen heißt die Palmlilie und mit ihr der ganze Nationalpark nun so. Vielleicht war es auch weniger die Fantasie, sondern eher die Angst und Verzweiflung in der Wüste verdursten zu müssen, die der Fantasie der Mormonen einen Streich gespielt hat.

Bildmitte rechts unser Wohnmobil.

Oben auf dem Bild die Wohnmobile, von denen das ganz rechte unseres ist, stehen nicht zufällig hier. Denn das ist einer von mehreren Campingplätzen hier im Joshua Tree National Park. Hier gibt es nichts als Steine, Sand und Kakteen. Und nachts das Heulen der Kojoten. Man muss schon ticken wie wir, um das als Erholung pur anzunehmen.

Leider blieb uns auch hier nur wenig Zeit, um den Joshua Tree National Park vollumfänglich zu erkunden. Ein Problem, welches uns bei allen Nationalparks wieder begegnet. Aber 7.500 Kilometer durch vier Bundesstaaten in vier Wochen ist ein sportliches Programm, wenn man bedenkt, dass große Nationalparks wie der Yosemite oder der Grand Canyon es alleine schon verdient hätten, hier vier Wochen ausschließlich zu verbringen. Also machten wir uns nach einer erholsamen Nacht im Wohnmobil wieder auf den Weg. Wir verlassen Kalifornien und es geht nach Arizona.

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