Formaldehyd beim Minicamper – Ausbau?

In meinem ersten Video zum Ausbau unseres Minicampers hatte ich erwähnt, daß ich so wenig verleimtes bzw. gepresstes Holz verwenden möchte, um die Belastung durch Formaldehyd so gering wie möglich zu halten. Und obwohl das einzig und alleine meine Entscheidung ist, wurde in den Kommentaren die eine oder andere Kritikerstimme laut. Besser gesagt, meine Bemühungen, in einem möglichst unbelasteten Fahrzeug meinen Urlaub zu verbringen, wurden ins Lächerliche gezogen. Schließlich wären ja Möbel auch aus Span- oder Multiplexplatten gefertigt und das, was ich an Holz eingespart hätte, wäre den Aufwand nicht wert. Also ist die Angst vor Formaldehyd beim Minicamper – Ausbau nur eine Spinnerei von mir?

Nun muss ich zwar meine Entscheidung vor nichts und niemand rechtfertigen, aber ich werde mal erzählen, wie ich zur Entscheidungsfindung gelangt bin. Denn der Ausbau mit Aluprofilen war alles andere als von Anfang an geplant. Ursprünglich wollte ich auch die gängige Dreikisten-Variante, auch wenn ich da optisch einiges an Verbesserungspotential im Sinn hatte. Gefallen hat mir dann ein Ausbau, den ich bei meinen Recherchen auf Youtube gesehen hatte. Der war fast komplett mit den braunen Siebdruckplatten gefertigt, ich nenne es mal den „Flightcase – Look“. Und schon war ich damit beschäftigt, mir Lieferanten für die Aluschienen und Winkel herauszusuchen und die Planung im Kopf begann.

Formaldehyd beim Minicamper - Ausbau? So viel wie nötig, so wenig wie möglich!
Formaldehyd beim Minicamper – Ausbau? So viel wie nötig, so wenig wie möglich!

Wenn man nur lange genug nach Begriffen googelt, stößt man früher oder später auch auf andere Meinungen. Ich habe jetzt nicht nach „Formaldehyd“ gegoogelt, sondern nach „Camperausbau mit Siebdruckplatten“ oder so ähnlich. Und da fand ich in einem Forum Aussagen, die davon abrieten, weil die Ausdünstungen im Sommer kaum auszuhalten seien. Und da war er auf einmal wieder präsent: Der Schulmöbel-Geruch. Wenn ich mit meiner Schul- und Berufsschulzeit einen Geruch assoziieren müsste, dann wäre es eben dieser für mich typische Schulmöbelgeruch. Je nach Jahreszeit ein scharfer bis beißender Geruch.

Ich muss es ja wissen, denn gerade in der Berufsschule überfiel mich öfter eine unwiderstehliche Müdigkeit, so daß ich mein Haupt auf dem Schultisch zur Ruhe betten musste. Heute weiß ich den Geruch besser einzuordnen. Wenn ein Holzprodukt nicht nach Holz riecht, dann ist vermutlich das Formaldehyd daran schuld. Mittlerweile mussten ganze Klasseneinrichtungen entsorgt und ausgetauscht werden, weil man heute etwas schlauer ist als früher. Seit 2015 wird Formaldehyd als wahrscheinlich karzinogen – also krebserregend – eingestuft. Ich kann mir was Schöneres vorstellen, als an Krebs zu erkranken. Trotzdem habe ich über vierzig Jahre geraucht wie ein Schlot. Woher also die späte Erkenntnis?

Es war nicht die Angst, an Krebs zu erkranken, die mich dazu gebracht hat, die Menge des verbauten Holzes so klein wie möglich zu halten. Es war die Angst, Urlaube zu versauen. Denn ich bin nicht alleine unterwegs. Meine Frau reagiert sehr empfindlich auf gewisse Gerüche wie zum Beispiel Grillanzünder oder Benzin. Sie reagiert darauf mit Kopfschmerzen bzw. Migräneanfällen. Und wenn jemand in einem Forum vor Ausdünstungen warnt, ist das für mich Grund genug, nach anderen Lösungen zu suchen. Meine Frau macht mit mir schon genug mit, da braucht sie nicht auch noch Kopfschmerzen 😉

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Mir ist durchaus bekannt, das es mittlerweile gesetzlich bestimmte Grenzwerte gibt und auch die Multiplexplatten in bestimmte Klassen eingeteilt werden. Aber mit den Grenzwerten ist es so eine Sache. Je nach Einfluss der Lobby kann es nämlich sein, das Handystrahlen, Pflanzenschutzmittel oder Lebensmittelzusätze als „völlig unbedenklich“ eingestuft werden, auch wenn sie es vermutlich nicht sind. Am Bienensterben ist ja auch nicht Glyphosat schuld. Sagt Bayer. Sagen die Bauern. Bei den Holzemissionen wird das Prüfverfahren von Fachleuten angezweifelt. Ich habe meine eigene Meinung und die drückt sich in der von mir ersonnenen Modulbauweise mit Aluprofilen aus.

Aber wie viel Holz habe ich denn jetzt wirklich eingespart? Im Vergleich zu den üblichen Ausbauten gut die Hälfte. Nicht auf die Fläche-, aber auf die Masse bezogen. Denn ich habe keine durchgängige Bodenplatte wie viele andere Ausbauten, die mit einer 21mm Grundplatte beginnen, um darauf die Aufbauten befestigen zu können. Meine Bodenfläche besteht nur aus 12mm starken Multiplexplatten, wovon ein Drittel nicht nur als Boden- sondern auch als Liegefläche dient. Genau so wie Teile der Liegefläche auch als Tische bzw. Arbeitsfläche Verwendung finden. Abgesehen davon finde ich meinen Ausbau schon wertiger anzusehen als die Kartoffelkisten – Optik 😁

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